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50 Jahre Patenschaft der 3. Kompanie des Informationstechnikbataillon 282 mit der Stadt Kirchberg

50 Jahre Patenschaft der 3. Kompanie des Informationstechnikbataillon 282 mit der Stadt Kirchberg
Wo man anfängt, den Krieger von dem Bürger zu trennen, ist die Sache der Freiheit und Gerechtigkeit schon halb verloren.
Johann Gottfried Seume (1763-1810)

Am 19.11.2017 fanden die Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen der Patenschaft mit der 3. Kompanie des Informationstechnikbataillon Kastellaun statt. Bereits am Vormittag bauten die Soldatinnen und Soldaten der Patenkompanie ihre moderne Ausrüstung zur mobilen Datenübertragung auf. Ebenso konnten die Besucher, darunter viele ehemalige Wehrpflichtige, im Rahmen einer Waffenschau die Weiterentwicklung der Technik von den aktiven Soldaten erklärt bekommen. Gegen Mittag verpflegte die Feldküche die Besucher mit frisch gekochter Erbsensuppe. An diesem Mittag wurden auch die Kinder und Erzieherinnen der städtische Kita Gänsacker von der Feldküche mitversorgt. Am Nachmittag begannen die Vorbereitungen für das öffentliche Gelöbnis welches ausdrücklich für das Jubiläum von Seiten der Bundeswehr durchgeführt wurde. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Michaeliskirche für die Rekruten und ihre Angehörigen, begann um 18 Uhr als Höhepunkt der Jubiläumsfeier das öffentliche Gelöbnis von Rekruten des Informationstechnikbataillon 282 aus Kastellaun und dem Schwesterbataillon aus Gerolstein. Für die musikalische Begleitung sorgte das Heeresmusikkorps aus Koblenz. Kommandeur Geef begrüßte die zahlreich anwesenden Zuschauer und Ehrengäste. Zum wiederholten Male bot unser Marktplatz eine fast schon mystische Kulisse für alle Beteiligten. Daran hatten auch die Fackelträger der Bundeswehr ihren Anteil. In seinem Grußwort dankte Stadtbürgermeister Udo Kunz den angetretenen Rekruten für ihre freiwillige Bereitschaft unsere Heimat, Demokratie und Rechtsstaat zu verteidigen. Für ihre berufliche Zukunft wünschte er den Rekrutinnen und Rekruten alles erdenklich Gute.
Im Anschluss an das Gelöbnis fand auf Einladung der Stadt Kirchberg ein Empfang im Ratskeller des Rathauses statt.
Der stellvertretende Kompaniechef Hauptmann Audörsch erklärte zunächst die Weiterentwicklung des ehemaligen schweren Fernmeldebetriebsbataillon 761 zum Informationstechnikbataillon 282 im Laufe der vergangenen 50 Jahre. So wurden aus einer reinen Verteidigungsarmee hochmoderne Krisenreaktionskräfte die weltweit im Einsatz sind. Hauptmann Audörsch würdigte die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadt Kirchberg in einer Vielzahl von gemeinsamen Aktivitäten. Besonders erwähnte er das Kinderferienprogramm, die Sammlungen zur Kriegsgräbervorsorge, den Einsatz beim Volkstrauertag, die Arbeitseinsätze bei Stadtfest und Christkindlmarkt. Gut angenommen würden die gegenseitigen Einladungen zur Kappensitzung in Kirchberg und die Gegenbesuche von Kirchbergern beim alljährlichen Oktoberfest des Betaillon in Kastellaun.

Tief beeindruckt zeigte sich Hauptmann Audörsch von den privaten Kontakten der Kompanie mit den Mitgliedern des Stadtrates anlässlich des 70. Geburtstags vom Partnerschaftsbeauftragten und Beigeordneten Harald Wüllenweber. Nach seiner Rede überreichte er gemeinsam mit Kompaniefeldwebel Engbarth eine Neufassung der Patenschaftsurkunde an den Stadtbürgermeister.
Stadtbürgermeister Udo Kunz ging in seiner Rede auf die politischen Hintergründe ein, die zu zahlreichen Patenschaften in der Bundesrepublik Deutschland führen sollten. So war die Wiederbewaffnung 1955 nach den Schrecken des Weltkrieges in weiten Teilen der Bevölkerung eher unbeliebt. Die Patenschaften dienten dem Zweck gute Kontakte zur Bevölkerung herzustellen und freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. Am 24. Juli 1967 stimmte der Kirchberger Stadtrat einstimmig der Übernahme einer Patenschaft mit der 4. Kompanie des schweren Fernmeldebetriebsbataillon 761 zu. Der offizielle Beginn fand dann am 23.11.1967 anlässlich einer öffentlichen Rekrutenvereidigung auf dem Sportplatz an der Dickenschieder Straße statt. Damals wie heute umrahmten zahlreiche Vorführungen der Kompanie dieses Ereignis. Anstelle eines Empfangs richtete die Stadt Kirchberg einen Manöverball mit Tanzmusik aus. Stadtbürgermeister Kunz dankte allen an der Organisation beteiligten für ihre Arbeit. Ganz besonders dankte er dem leider verhinderten Museumsleiter Winfried Wagner für seine Bildpräsentation zu 50 Jahren Patenschaft. Darunter befanden sich einige wertvolle Artefakte aus der Anfangszeit. Zum Ende seiner Rede wünschte er der Patenschaft auch in Zukunft viel Mut und Tatkraft für die gemeinsame Verpflichtung zum Frieden. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass nach Aussetzung der Wehrpflicht viele Jahrgänge kaum noch direkten Kontakt zur Bundeswehr haben. Am Ende seiner Rede bat er gemeinsam mit Hauptmann Audörsch den Ehrenfeldwebel Harald Wüllenweber nach vorne und überreichten ihm als Dank für seine Verdienste eine SooNahe Beziehungskiste.
Nach dem offiziellen Teil fanden noch viele Gespräche mit den Ehrengästen, den Soldatinnen und Soldaten der Patenkompanie statt.

Udo Kunz
Stadtbürgermeister